Sunday, September 20, 2015

Wie es began - Ghana here I come...

Anfang Juni war ich in Bayreuth um Prof. Dr. Abena Busia zu treffen. In Ghana ist der Name Busia ein Begriff, den Ihr Vater hat nicht nur die erste Partei Ghana’s gegründet (mit Danquah zusammen), er war auch der erste Afrikaner der in Oxford seinen Doktor machen sollte. Darüber hinaus wurde er der Widersacher von Kwame Nkrumah, der erste President Ghana`s, von Jenem ins Exil verbannt (oder freiwillig geflohen) und kam erst nach dem Sturz Nkrumah wieder nach Ghana um die zweite Zivilregierung zu stellen. Die Busias kommen aus einem Akan Königshaus und sind durch die Bank weg, extrem gebildet (soweit ich das bisher einschätzen kann). 

Auf alle Fälle habe ich Abena Busia in Bayreuth zum African Literature Association Meeting 2015 getroffen und durch Sie Nana Oforiatta-Ayim kennengelernt. Während Prof. Busia in den USA lebt und unterrichtet, ist Nana wieder nach Ghana zurückgekehrt (nach dem Sie in Deutschland geboren wurde und in England auf einem Internat Ihre Schulbildung genoss). Nur ein Paar Jahr älter als Ich, verstanden wir uns recht gut, und natürlich war ich sehr interessiert an Ihren Geschichten… da Ihre Familie (ihr Grossvater war Mitgründer der ersten Partei Ghanas) auch in der Politik ist. Tatsächlich ist ihr Cousin Nana Akufo Addo - der derzeitige Oppositions führer gegen den Präsidenten John Mahama. 

Nana bot mir bereits im Juni ein Zimmer in Ihrem Haus in Accra an - um genau zu sein Asante Mireku Street in West Legon. Ist ne längere Geschichte, aber jetzt gerade sitze ich genau da, also hier, und schreibe meinen Text an euch : ) 

Montag den 14 September 2015 ging es von Frankfurt über Lissabon mit TAP nach Accra. Die netten Herrschaften erlaubten mir, abgesehen von meinen zwei schweren Taschen die Bibi und Carmen mir so nett an den Flughafen transportierten, auch noch meine Gitarre mitzunehmen. Wie oft im Süden, läuft man vom Rollfeld in die Empfangshalle - in der eine Wärmebild-Kamera erst mal checked ob du nicht krank bist. Noch ein Überbleibsel der Ebola Zeit wurde mir gesagt. Und gucken nach deinem Gelbfieber Ausweis. 

Dann geht`s weiter in die Einreise-Warteschlange. Dadurch das die meisten Flüge Abends ankommen, und wir eher Spätankömmlinge, mussten wir warten um zu warten, aber nach bissel über ner Stunde war das auch geschafft und die Koffer Suche konnte beginnen. (das Visum war nicht so einfach zu bekommen und falls einer an Besuch in Ghana denkt, frühzeitig besorgt werden). Meine basketball-orange Tasche konnte ich gleich mittig NEBEN dem Band entdecken. Der Normalo-Koffer von mir blieb erst mal verschollen, allerdings konnte ich ihn dann doch noch unter einer Pappe rechts NEBEN dem Bank finden. 

Kurze Aufregung beim Rauslaufen, da in der Auslaufschneise hunderte von Leuten warten - der Grossteil hinter Barrieren mit Namenszetteln in der Hand, der kleine Reste “um dir mit deinem Gepäck zu helfen”. Auch mir wollten Sie natürlich behilflich sein, aber kaum konnte ich erklären das Nana mich abholen sollte, und ich höchstens ein Telefon bräuchte um sie anzurufen, stand Sie auch schon vor mir! God bless! Abgeholt werden vom Flughafen ist einfach m-e-g-a- gut! Egal wo, aber besonders in einem neuen Land… 

Nana, die ein Auto hat (so was wie ein SUV) fuhr uns erst zur Alliance Française für ein Abend-Bier, da zu Hause gerade kein Strom war. Musst aber feststellen das diese schon geschlossen hatte (es war allerdings auch schon nach 23 Uhr) Die Fahr nach Hause in der warmen Abendnacht war schön und überwältigend zu gleich. Accra, was vom Flugzeug auch schon riesig erschien (und beleuchtet), ist vom Boden aus noch viel größer. 
Für Fussgänger unmöglich und auch Fahrradfahrer haben es hier schwer, da ich in den nächsten Tagen entdecken sollte wie Auto-orientiert diese Stadt sich entwickelt hat. 

Die Option war noch Benzin zu kaufen um den Generator anzuschmeissen, aber nach dem Kongo brauch ich keinen Strom mehr um anzukommen. Hatte ja auch schon meine Taschenlampe mit der Handkurbel eingepackt und ne Kopflampe gab auch noch  : ) Also alles gut. 
Das einstockige (Doppel) Haus in West Legon, in der Nähe des Westland Police Container, ist wunderschön in weissem Sein und dunkelbraunem und grauem Holz, mit echten Dachziegeln (im Gegensatz zu Wellblech) und umringt von Bäumen. Sehr still gelegen, abgesehen von den Hähnen und dem abendlichen 
Summen der Generatoren wenn es mal wieder kein Strom gibt. 

Nana wohnt hier erst seit März und war viel auf reisen. Somit gab es in der Küche, abgesehen von einer Spüle eher wenig, und auch der Wohnbereich hatte erst mal nur einen Tisch und Bänke. Allerdings war alles was da war sehr Stilvoll und “artsy” wohl auch weil die Eigentümerin, als auch Nana, in der Künsterlerbranche tätig sind. Mein Zimmer hatte eine Art Matratze (eine aufgeklappte Sofa-Auflage mit Decke darüber) auf dem Boden liegen, 
eine Art Nachtisch aus gebrachten Reifen in der Ecke, ein Spiegel und einen großen Einbauschrank. 

Noch hatten wir nicht darüber gesprochen wie lange ich bleiben sollte (da Sie meine Frage per E-Mail nicht hatte beantwortet) aber nach der ersten Nacht, begleitet von Vogelgesang (und ein Paar Kikierikis) und Ihrer Versprechung Küchengeräte zu kaufen, sollten es 3 Monate werden. Zumindest habe ich ihr  die $600 schon mal gegeben. Hier in Ghana muss man nämlich immer im Vorhinein die Miete bezahlen - oft gleich für das ganze Jahr oder auch gleich 2 oder 3… 

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