Sunday, September 20, 2015

Was mach ich hier (Ghana) eigentlich?

Nagut, das frage ich mich derzeit auch Selbst : ) Ganz offiziell bin ich nun für meine sogenannte Feldforschung ein Jahr in 
Ghana, um Daten für meine Doktorarbeit zu erheben. Das Thema ist grob gesagt Agrarpolitik in Ghana. 

Im Detail geht es darum zu verstehen WER Einfluss auf den Agrarsektor nimmt und was deren Erwartungen und Wahrnehmungen gegenüber nachhaltiger Landwirtschaft sind. Das Jahr ist selbstauferlegt. Allerdings frage ich mich, nach noch nicht mal einer Woche, ob das eine gute Idee war… Selbst schuld wenn man sich ein Land aussucht für seine Forschung in dem man noch nie war. 
Obwohl die Ghanäen sehr freundlich und hilfsbereit sind. Leben in einer Stadt in Afrika ist aber trotzdem anstrengend und teuer!!! Eins der vielen Paradoxe die meine Motivation die Situation besser zu verstehen aufrechterhalten: Warum muss ich in einem Land in dem 60% von Landwirtschaft leben MEHR für meine Lebensmittel (speziell Essen und Trinken) ausgeben als in Europa?? Und wieso habe ich eine Großzahl von Importen von Marktbeherrschern wie Coca-Cola, Procter und Gamble, Unilever und Co bei der Tante Emma laden, aber kaum lokale Produkte??  

Wird den Ländern des Südens eine Chance gegeben sich zu entwickeln? Oder ist das ganze Gedöns von Entwicklung und Hilfe nur eine Farce um unsere Machtposition aufrechtzuerhalten oder sogar zu erweitern? Warum brüstet sich die Europäische Union mit der Aussage der Größte Lebensmittel-Exporter 2013 zu sein, wovon 2/3 in “Least Developed Countries” (sog. Entwicklungsländer) wenn wir doch gleichzeitig wissen, dass der (komparative Kosten)Vorteil dieser Länder genau da - nämlich in der Landwirtschaft liegt?? 

Und während bei uns in Europa von Anfang an die “Common Agricultural Policy -  oder CAP” die WICHTIGSTE gemeinsam Politik Europas war,  und ist - mit Subventionen die über 70% unseres Budgets in den 80ern ausmachten (derzeit knapp 40%), verbieten wir Entwicklungsländern mehr als 10% in die Landwirtschaft zu investieren (umgesetzt durch das Agreement on Agriculture in den Wold Trade Organization -WTO). 

Noch dazu zwingen wir sie Ihre Grenzen zu öffnen für besseren Exportkondition für uns, durch die sogenannten EPAs - 
Economic Partnership Agreements. 

Mein Blut gerät in Wallung und mein Internetzugang ist viel zu gering um meiner Mittelungsfreudigkeit zu diesem Thema freien lauf zu lassen. Nur so viel: Meine Oma hat mir immer gesagt “es ist genug für Alle da”. Das denke ich auch... 

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