Wednesday, April 10, 2013

Augen zu und durch...DEU



Eigentlicher Abflugtermin war Freitag, allerdings wurde uns bereits Donnerstag per SMS mitgeteilt, dass der Flug auf Samstag verlegt wurde, und man um 10 Uhr am Flughafen sein sollte. Wahrscheinlich lag das daran, dass die Fluglinie CAA, die sich trotz enorm hoher Preise schlechten Service erlauben kann weil sie das absolute Monopol in der DRC haben, einen Platten hatte am Mittwoch und keinen Techniker in Mbandaka der sie reparieren konnte. Somit mussten alle Fluggäste, unter Ihnen auch unser Freund Raymond, wieder aussteigen (der Platten wurde sich auf dem Weg zur Abflug/Lande Bahn zugezogen) und einen Tag später fliegen, als ein Techniker aus Kinshasa einflog und bis abends den Platten behoben hatte.

Unser Samstagmorgen gestaltete sich auf eine andere Weis aufregend. Wie bereits erwähnt werden im Kongo oft nur kleine oder gar keine Gehälter gezahlt. Deshalb läuft Alles über anderweitige Zahlungen, auch manchmal Korruption genannt. Auch beim Flughafen sind solche Zahlungen fällig, allerdings ist es gut den kompetenten Mann/Frau zu bezahlen, so dass man wenigstens was für sein Geld erhält. Unser Mann am Flughafen von Kinshasa heisst Dede. Dede rief uns bereits um 7 Uhr samstagmorgens an, um uns mittzuteilen, dass er auf uns wartet. Woher er wusste dass wir kommen? Keine Ahnung, aber mein Tipp ist unser Fahrer Felly. Felly holte uns pünktlich um 8 Uhr ab, so dass wir eigentlich locker Zeit hatten die Stunde Fahrt zu schaffen und immer noch weit vor 10 Uhr dort zu sein. Um 8:20, als wir noch mitten im Stau von Kinshasa standen rief Dede nämlich bei Felly auf dem Handy an um zu fragen wo wir sind, und uns mitzuteilen dass das Boarding für unseren Flug bereits begonnen hat!!! Melaine überprüfte noch mal die SMS, aber was nützt es wenn die Fluggesellschaft die einzige im Land ist, $250 pro Einfachflug nimmt und die Passagiere behandelt wie den letzten Dreck. Wenn wir mitwollten musste Felly ein kleines Wunder vollbringen. Was folgte war die Fahrt durch die Hölle – hauptsächlich auf der gegenüberliegenden Straßenseite fahrend, mit Warnblickanlage und unter ständigem hupen fuhr Felly ohne mit der Wimper zu zucken am stehenden Verkehr vorbei, schlängelte sich an den Unmassen an Fußgängern und Strassenverkäufern vorbei (es gibt hier ja keine Ampel Anlagen oder Zebrastreifen somit kann immer und überall Jemand die Strasse überqueren – und bei einer Stadt von 10 Million können das Einige sein). Zeitweise schien die Szene für mich auf dem Rücksitz wie ein Videospiel. Links, Rechts, hupen, Handbewegungen, ruckartiges bremsen und auch mal den Rückwärtsgang einlegen wenn Felly doch mal „zu viel“ wollte. Wie wir es zum Flughafen geschafft haben ohne jemanden umzubringen oder selbst umgebracht zu werden weiss ich nicht (unter anderem auch weil ich teilweise einfach meine Augen schließen musste), aber wir taten es… und Dede stand schon bereit, schnappte sich unsere Reisepässe und Tickets und sprintete davon. Wir mit unseren Rücksacken und Taschen hinter her. Ganz nach vorne, gleich durch, Gepäck in Rekord Zeit aufgegeben, $20 für den VIP Go Pass, vorbei an Schalterbeamten, dann aber doch ganz regulär ‚abmelden‘, noch mal $40 für Dede’s Dienste bevor wir um 9:10 im Bus saßen, der um 9:20 einhundert (100) Meter weiter fuhr zu Treppe des Flugzeuges : ) Das Flugzeug war voll mit Menschen und Mitbringsel – in diesem Fall wohl getrocknetes Fleisch und Fisch, was dem gesamten Flugzeug eine Art Katzenfuttergeruch gab. Wegen Überfüllung (und weil bei CAA prinzipielle keine Sitze zugeteilt werden) wurden wir dann in die Erste Klasse gesetzt. Ein trockenes Brötchen mit Käse, und 50 Minuten später landeten wir dann in Mbandaka.

Empfangskomitee – Roger, Vinny und Celment, die sich auch gleich mit ins Hotel nehmen liesen : )
Gut angekommen sind wir und das Gepäck war auch mit dabei. Der Hotelbesitzer ist ein Schatz und tut alles um es uns hier gut gehen zu lassen. Wasser kommt aus dem Eimer, Strom von dem riesen Generator der unser Zimmer wie in Helikopter Landeplatz von 18 Uhr bis 22 Uhr erscheinen lässt. Unterhalten ist da nicht wirklich Teil des Abendprogrammes. Die gelegentlichen Kakerlaken, die Ratten Familie über uns und Moskitos gehören zur Familie. Leider ein reisen Stamm von Flöhen bis gestern auch.

Die zwei in Leopardenmuster gekleidet Sofas waren bequem aber tückisch. An Tag zwei Stellte ich die Flohbisse am oberen Rücken fest, wechselte das Sofa und legte Regenjacken als Schutz unter. Blöde Idee. Bis Tag drei hatten sich die Jungs meinen unter Rücken und Teile meines Bauches vorgenommen, und aus welchen Gründe auch immer kamen dann an Tag vier die Beweise der Flohmalzeit an meinem Hintern zu Vorschein. Ähnlich wie als an Kind die Windpocken bekämpfen musste fällt es mich auch heute noch schwer nicht zu kratzen wenn es juckt. Die letzten, meist heissen Nächte, sind von dem unermüdlichem Krähen der Hähne und dem Juckreiz schlaflos geblieben. Nun sitze ich auf einem Plastikstuhl und hoffe dass die Flohkolonie ausgerottet wurde… und das wir ganz, ganz bald in unser Haus ziehen können….

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