Tuesday, March 19, 2013

Ein Überrschungsbesuch im Botanischen Garten


Sonntag morgen in Mbandaka. Eine der unzähligen Ortskirchen direkt gegenüber weckt uns mit wunderschönen afrikanischen Klängen von traditionellem Gesang und Trommeln. Die Kongolesen sind sehr gläubig und ein Großteil davon katholisch (angeblich 80% in Mbandaka). Melaine’s Kollege Gishlain (ausgesprochen Jissla), der einzig Kongolese im Team (der offizielle allerdings noch nicht eingestellt ist, da die Geldverteiler (African Development Bank) seinen Vertrag noch nicht abgesegnet haben (seit fast 2 Monaten)).

Eigentlich sollte der morgen ‚frei‘ sein, aber ein Koordinations-Meeting mit allen Partnern um 14 Uhr im Hotel stattfinden. Die Französische Leitung überraschte uns mit einem spontanen Besuch im Botanischen Garten – Abfahrt in 5 Minuten. Mit den Herrschaften des botanischen Garten würde ich sehr gerne arbeiten um mehr Erfahrungen zu sammeln, allerdings war bei Abfahrt nicht klar wenn und was wir an diesem Sonntag dort tun sollten. In unsere gemieteten Autobus sitzend wurde Melaine dann mitgeteilt dass eventuelle doch gearbeitet wird und er seinen Laptop holen sollte. Keine 20 Minuten später, während mit einem Eimer und einem Schlauch der Minibus betankt wurde, kam die Entscheidung das Treffen wohl gleich in den botanischen Garten zu verlegen. Tolle Idee, aber nicht wenn man mit einem Rock der gerade übers Kin reicht und Flip-Flops (Sandalen) unterwegs ist. Anti-Moskito Spray und Citronella an strategischen Stellen, war natürlich aufgetragen und auch das Anti-Moskito Band um mein Fußgelenk fehlte nicht. Allerdings warenmeine Beine anscheinend doch köstlich Genug um heute an die 40 Stiche aufzuweisen.

Ganz unschuldig bin ich natürlich nicht. Die Herrschaften des Botanischen Gartens haben eine Solaranlage mit 12 Solarworld Modulen(aus Bonn), einem Xantrex Wechselrichter und 16 Batterien. 8 Module wurden bereits gestohlen (von dem Gouverneur der Equateur Region)  und somit wurden die restlichen Module mit einer Eisenstage die quer über die Module läuft, gesichert. Natürlich bin ich kein Ingenieur und meine Tage in der SolarIndustrie sind schon etwas her, trotzdem schlug mein Herz schneller als ich die Installation und dessen Sicherung sah, und sogleich versuchte zu erklären (in meinem immer noch gebrochenen Französisch und letztendlich mit Hilfe von Melaine) das die Eisenstage eine schlechte Idee sie. Um die Bodeninstallation aus Holz zu inspizieren, musst ich natürlich auf jede Seite, was wiederum die groseen, rötlichen Ameisen unter mit weniger amüsant fanden.

Der Ausblick über einen zweiten Fluss gleich gegenüber von der Zentrale (Aus mit drei Räumen und einer Toilette mit Eimerspüllung – allerdings auch Internet, wo ich meinen ersten Bericht posten konnte : )
Das Meeting am Nachmittag war wohl relative Erfolgreich und wie überall hat man ein Paar sehr motivierte, ein Paar desinteressierte und ein Paar Schurken mit dabei (zumindest ist das meine erste Einschätzung, nur basierend auf ihrer Körpersprache und die Paar Brocken die ich verstanden habe : )  Nur der Gouverneur hatte sich wohl zu viel erlaubt und wurde wohl nur Tage zuvor gefeuert – somit braucht man eine neue Absegnung von der Regierung…. Für $200,000 kann man sich übrigens den Posten als neuer Gouverneur erkaufen.

Auf der positiven Seite habe ich auch gestern gleich zwei Damen kennengelernt die sich für die Gemeinde einsetzen. Eine möchte mit uns Landwirtschaft in der Stadt betreiben, vor allem um die Ernährung der Kinder zu verbessern. Die andere (Pauline) betreibt bereits ein Aufforstungsprogram bei dem sie vor allem Obst und Bäume zum heizen/kochen anpflanzt.

Alles ist Neu und ich merke wie deutsch ich in vieler Hinsicht immer noch bin, und teilweise auch bleiben will. Allerdings muss ich vieles lernen und hoffe die Kultur bald besser zu verstehen. Mal gucken was da noch kommt…

1 comment:

Jennifer Smith, EA said...

Vielen Dank uns auf dem laufendem zubhalten! Halt die Ohren steif! Much love.